Innovatives Gemeinschaftsbiokraftwerk St.Stefan/R geht in Betrieb!

Der Gedanke einer Gemeinschaftsbiogasanlage kam von Johann Luttenberger, dem heutigen Geschäftsführer des Biokraftwerkes St.Stefan/R., schon im Jahr 1999. Er besichtigte gemeinsam mit anderen Landwirten unzählige Biogasanlagen in Österreich und Deutschland. Johann Luttenberger sowie sein Stellvertreter Josef Platzer erkannten gleich die Ressourcen, die mit dieser hochmodernen Anlagentechnik genutzt werden können. Die Anlage arbeitet vorwiegend mit Gülle, nachwachsenden Rohstoffen sowie Produktionsreststoffen (z.B. überlagertes Obst und Gemüse). Die Substrate werden täglich in die Sammelgruben der Anlage angeliefert bzw. von den umliegenden Schweineställen direkt in diese gepumpt. Im Fermenter werden diese Stoffe auf 38° Celsius erwärmt. Dies ist für die Faulbakterien die ideale Temperatur um die „Abfälle“ in Methan umzuwandeln.
Dieses Methangas wird zwischengespeichert und vom Gasmotor verwertet. Dieser Motor betreibt den Generator mit 500 kW el. Leistung. Dieser Strom wird direkt ins öffentliche Netz eingespeist.
Durch den Zusammenschluss von 10 Bauern hat dieses Projekt Pilotcharakter. Aber nicht nur die Landwirte sondern auch die Gemeinde St.Stefan steht dem Projekt sehr positiv gegenüber. So werden in der Biogasanlage Klärschlamm der Kläranlage St.Stefan/R in einem eigenen Behälter mitverarbeitet. So konnte die Gemeinde Investitions- sowie Betriebskosten bei der Kläranlage reduzieren.

Ziel dieser Anlage ist es Obst, Flotate, Fette, Speisereste, Produktionsreststoffe aus der Lebensmittelindustrie sowie nachwachsende Rohstoffe aufzubereiten daraus die Energie zu Gewinnen und in den natürlichen Kreislauf als Dünger zurückzuführen.

Die Betreiber der Anlage geben auch anderen innovativen Bauern im Sasstal die Möglichkeit, von diesem Projekt zu profitieren. So können diese dort Gülle in die Anlage einbringen und vergorene, veredelte und geruchsfreie Gülle mit hohem Düngewert zurücknehmen. Durch die Verarbeitung der Gülle wird in der Anlage nicht nur Energie gewonnen, sondern der Gülle wird auch der unangenehme Geruch entzogen. Der CO2-Ausstoß in die Atmosphäre wird dadurch um rund 60.000 Tonnen pro Jahr verringert. Nach 11 monatiger Bauzeit geht die Anlage im Frühsommer mit der Stromeinspeisung ins öffentliche Netz in Betrieb. Im Vollbetrieb werden im Jahr ca. 3,8 Mio Kilowatt Öko-Strom produziert. Damit können im Jahr ca. 700 Haushalte versorgt werden. „Die Anlage bietet aber nicht nur Strom, sondern innovativen Betrieben die sich im naheliegenden Industriegebiet niederlassen Ökowärme, die günstig zugeführt werden kann,“ so der Geschäftsführer Johann Luttenberger, „Interessenten stehen wir gerne zu einem Gespräch zur Verfügung.“ So denkt man im Industriegebiet von St.Stefan/R an eine Dörrobstanlage, die von der Biogasanlage mit Ökowärme versorgt werden kann.
Mit der Biogasanlage wurde nach dem Verfahren der Firma AAT aus Vorarlberg eine der modernsten technischen Anlagen in der Steiermark errichtet.
Sämtliche Abläufe und Verfahrensdaten der Anlage werden fortlaufend aufgezeichnet. „Dadurch ist es möglich die Verfahrensabläufe zu optimieren und die Rentabilität der Biogasanlage zu erhöhen, “so Egon Arnold, Geschäftsführer von der Firma AAT.
Da es noch keine gesicherten Werte einer Biogasanlage dieser Größenordnung gibt, wird dieses Projekt 3 Jahre wissenschaftlich begleitet.
Wer diese hochmoderne Anlage, die ja eigentlich aus Reststoffen Strom und Wärme produziert gerne besichtigen möchte möge sich mit den Geschäftsführern Johann Luttenberger unter: 0664/4200082 oder Josef Platzer unter 0664/4200083 in Verbindung setzen. Oder schreiben Sie einfach ein Mail an: st.stefan@biokw.at


Gasmotor mit Generator



Zu und Ableitungen



Steuerung, Visualisierung


Steuerungszentrale


Wärmeenergie


Trockeneinbringung